Vita Harald Seubert

Leben und philosophische Reflexion, Aktualitätsbezug und die Lust an der Vergegenwärtigung großer Traditionen faszinieren mich gleichermaßen. Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen, wo es nötig ist,  gegen den Strom zu schwimmen, Fragen aufzuwerfen und Sachverhalte zu Ende zu denken, dieser Impetus treibt mich weiter an. Seit meinen Anfängen bin ich von Schönheit, den Tiefendimensionen der Religion und der Klarheit von Gedanken und Argumenten fasziniert. In die Philosophie gezogen wurde ich durch Platon und Heidegger, als ich vierzehn Jahre alt war. Vita contemplativa  und Vita activa, im Sinn von Beratung und öffentlicher Wirksamkeit, ergänzen einander.   Die Komplementarität von Glauben und Vernunft ist daher bis heute ein Kompass. 

Geboren am 12.05.1967 in Nürnberg als Sohn des Verlegers Helmut Seubert und der Diplom-Kauffrau Hedwig Seubert, geb. Engelhardt, aufgewachsen in Nürnberg und Inzell / Oberbayern, glückliche Kindheit.

Erklärung

Seit  dem Jahr 2000 unterstützte ich in einer Reihe von Vorträgen und Mitgliedschaften, auch durch die Übernahme der Präsidentschaft des Studienzentrums Weikersheim, konservative Anliegen. Ich war der Auffassung – und bin es noch heute -, dass die Aneignung und Neubildung von Tradition unerlässlich ist, um Gegenwart und Zukunft zu verstehen und zu gestalten.

Die Wege der heutigen politischen Rechten und ihre Phraseologie lehne ich jedoch von Grund auf ab.
In den letzten Jahren wurden, durch die PEGIDA-Bewegung und die Wandlungen im parteipolitischen Spektrum politische Ziele einer Neuen Rechten öffentlich, die Wahlerfolge erzielt und  die politische Agenda mitbestimmt. 
Eine Folge ist, dass Ressentiment, alter Nationalismus, vermeintliche Tabubrüche, rassistische und antisemitische Vorurteile wieder hoffähig gemacht werden. Dies allein reicht, um jene „Bewegungen“ zu diskreditieren, unabhängig von weiterer politischer Debatte.
Für mich hat dies die definitive und klare Absage an jede Kooperation mit sogenannten rechten Institutionen und Publikationsorganen zur Folge.
Nähere Hintergründe beschreibe ich in meinem Buch Der Frühling des Missvergnügens. Eine Intervention. Ergon-Verlag, Würzburg 2018.

Studium

Studium: der Philosophie, Geschichte, Neueren Literaturwissenschaft und evangelischen Theologie u.a. an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Frankfurt/Main, Würzburg, München und Wien. Nach dem Magisterexamen 1992

1998: Promotion mit einer Arbeit über Heidegger, Nietzsche und die Metaphysik an der Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

2003: Habilitation mit einer Arbeit über Platons Rechtslehre an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg  

Prägende Lehrer

Manfred Riedel (†), Werner Beierwaltes, Dieter Henrich, Robert Spaemann, Jürgen Habermas, Rudolph Berlinger, Hans Maier, Stephan Otto (Philosophie);  Michael Stürmer, Thomas Nipperdey (Geschichte), Theodor Verweyen (Germanistik), Wolfhart Pannenberg, Friedrich  Mildenberger (Theologie) (†), Joachim Matthes (†) (Soziologie).

Forschungstätigkeit innerhalb und außerhalb der Universität

Mai 1994: Benennung als persönlicher Referent des Direktors der Stiftung Wissenschaft und Politik in Ebenhausen.

SS 1995 - 1999: Externe Mitarbeit in den Forschungsgruppen von Herrn Staatsminister a.D. Prof. Dr. Hans Maier (Totalitarismus-Forschung), München.

Seit 2004 Ständige Vortrags- und ethische Beratungstätigkeit für mittelständische Unternehmen, insbesondere aus dem medizinischen Bereich.

Beratungstätigkeit für Wirtschaft und Industrie;

Enge Kooperationen insbesondere mit Designern, Architekten, Psychoanalytikern.

Gemeinsame Projekte seit über zwanzig Jahren.  

Akademische Stationen

1992 - 1999: Lehrbeauftragter für Literaturwissenschaft am deutschen Seminar der Universität Erlangen-Nürnberg; sowie für Religionsphilosophie an der Evangel.-theol. Fakultät der selben Universität.

1998 - 2004 als wissenschaftlicher Assistent, SS 2003 - SS 2009 Privatdozent an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg.

September 2006 - September 2012 Gastprofessor an der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan (Posen) Polen.

Seit WS 2006/07 - SS 2010: Lehrauftrag für Philosophie, insbes. Religions- und Kulturtheorie an der Theologischen Fakultät (später Theol. Department innerhalb der Philosophischen Fakultät) an der  Universität Erlangen-Nürnberg.

Mit Wirkung zum Sommersemester 2009 Umhabilitation an die Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Seit WS 2009/10 - WS 2012/13 Privatdozent an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Zuordnung zum Lehrstuhl II (Prof. Dr. Chr. Illies).

Seit WS 2010/11: Nebenamtlicher Dozent an der Hochschule für Politik, Bavarian Scool of Oublic Policy, München.

2010-2012: Lehrbeauftragter am Philosophischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität. Zuordnung zum Romano Guardini-Lehrstuhl München.

Mai 2012: Berufung auf die Ordentliche Professur für Philosophie und Fachbereichsleitung für Missions und Religionswissenschaft an der STH Basel. Aufnahme der Lehrtätigkeit am 1. September 2012.

Seit Januar 2016: Ständiger Gastprofessor für Ethics and Management an der Nehemiah-Universität, Albanien.

Seit September 2017: Apl. Professor für Philosophie und Philosophiegeschichte an der FTH Gießen, nach hessischem Landesrecht.

 

Mitherausgeber (zusammen mit Barbara Gerl-Falkovitz) des Edith Stein-Lexikons.

Mitherausgeber der Reihe: Philosophische Perspektiven im Springer-Verlag Wiesbaden.

Herausgeber der Reihe bei NOMOS Baden Baden zur Thematik Religion, Recht, Philosophie.

Akademische und öffentlliche Engagements (Auswahl)

Mitgliedschaft in zahlreichen philosophischen und politischen Gesellschaften und Gremien.

2011-2016: Präsident des Studienzentrums Weikersheim. Rücktritt im Sommer 2016, siehe dazu Text im ARCHIV.

Seit 2011 Vorsitzender des Vorstands der Nehemiah Gateway Stiftung.

Seit 2012 Mitglied des Beirats des Instituts EUPHRAT Heiligenkreuz bei Wien.

Seit Juni 2016: Vorsitzender des Vorstands der internationalen Martin Heidegger-Gesellschaft.

Gastdozenturen 

Gastdozenturen und längere Vortragsreisen seit 1994/95: u.a. in Polen, Portugal, Griechenland, Italien und Spanien. Umfangreiche Vortragstätigkeit in akademischen und außerakademischen Zusammenhängen im In- und Ausland seit 1995.

Persönliches

Seit 2001 verheiratet mit Chris (geb. Hiekisch), zwei Söhne. Konfession: evangelisch-lutherisch. Prädikant der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern seit 2001.